Das letzte Treffen vor den Sommerferien findet am Mittwoch, den 24.7.2019 um 19 Uhr im Gasthof Drexl in Schondorf statt. Wir berichten über die vom Verein organisierte Fotoausstellung in Polen über das Ammerseegebie, sowie über unsere Dokumentation zu den Flurkreuzen.

 

 

 

 

Am 16.11.2018 hat der Verein Kulturlandschaft Ammersee-Lech e.V. zum Vortrag “Rauhnächte, Frau Percht und die Wilde Jagd” nach Schondorf in den Gasthof Drexl eingeladen.

Der Referent, Herr Albin Völk, selbst Heimatkundler in der Vereinigung Wessofontanum, schilderte in seinem reich bebilderten Vortrag sehr anschaulich und durch eigene Anekdoten angereichert, die Bedeutung und Tradition des Brauchtums, das bis in die Zeit der Kelten zurückreicht.

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Unter Rauhnächte versteht man 12 Nächte um die Jahreswende, vom Thomastag (kürzester Tag) bis zum Fest der Erscheinung des Herrn (Epiphanie) am 6. Januar. Dann werden die Tage wieder länger. Das Licht kehrt zurück.
Die Herkunft des Namens ist nicht eindeutig geklärt. Es wird vermutet, dass er entweder aus dem Begriff Rauchwaren abgeleitet ist, dem alten Begriff für Fell und auf mit Fell bekleidete Dämonen verweist, oder vom traditionellen Begriff des „Räuchern“ mit Weihrauch zur Vertreibung der Dämonen stammt.

Seinen Ursprung hat der Brauch wahrscheinlich im germanischen Mondkalender. Ein Mondjahr beschreibt 354 Tage. Im Vergleich zum Sonnenjahr mit 365 Tagen fehlen 11 Tage bzw. 12 Nächte. Es wurde angenommen, dass in diesen Nächten “zwischen den Jahren” die Gesetze der Natur außer Kraft gesetzt waren.
Die “Wilde Jagd”, angeführt vom germanischen Gott Wotan (oder Odin - Bezeichnung im Norden) treibt ihr Unwesen und geleitet die Toten, die vorzeitig oder unglücklich ihren Tod gefunden haben, am Ende des Jahres auf bestimmten Trassen in den Berg. “In den Berg gehen” wurde früher synonym verwendet für das Sterben. Eine dieser Trassen soll von Schongau bis zu den „steinernen Stuben“ führen.
Frau Percht tritt als Wintergöttin des Abendlandes ebenfalls in den Rauhnächten auf, bestraft die Bösen und belohnt die Guten. Ihr Tag ist der 6. Januar. Nachdem Wotan mit den Toten aus dem Land gegangen ist, bringt Frau Percht die Kinder, die im kommenden Jahr geboren werden. Sie lässt sich als glanzvolle Göttin bis in die Steinzeit zurückzuverfolgen und ist in anderen Regionen auch als Perchta (vom althochdeutschen „peraht“, hell, glänzend), Freya, Fricka oder Frau Holle bekannt.

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Als ergiebige Quelle für Bayerische Volkssagen und Festbräuche nannte Herr Völk den deutschen Historiker und Volkskundler Johann Nepomuk Sepp. Neben seiner hervorragenden wissenschaftlichen Arbeit spielte er für unsere Region eine herausragende Rolle, da er das Kloster Wessobrunn kaufte und somit vor dem Abriss bewahrte.

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Dr. Sabine Pfannenberg (17.11.2018)

Fotos J.Bruchhaus, Perchtenmasken und Perchtentanz während der Türkenfelder Bergweihnacht

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